Wie finde ich Hilfe?

Wenn Angst Dein Leben beeinträchtigt und sich Dein Denken fast zwanghaft nur noch um Dein körperliches Empfinden dreht, Du Situationen aus Angst vor einem möglichen Panikanfall, vermeidest, solltest Du Dir überlegen Hilfe zu suchen. Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt. Hausärzte werden Dir vermutlich eine Überweisung zu einem Facharzt ausstellen und dieser wird Dir helfen eine geeignete Therapie zu finden. Es bedeutet nicht, dass Du schwach bist, wenn Du Dir Hilfe brauchst. Eine Angststörung ist nicht ein Indiz dafür, dass Du ein schwacher Mensch bist. Das bist Du nicht. Eine Angststörung ist eine legitime psychiatrische Notsituation, die in fachliche Hände gehört.

 

Als ich noch unter der Angststörung litt, war das Internet noch eher eine Grauzone - erst in den letzten Jahren meiner Störung wurde es umfassender. Die ersten Angst-Foren entstanden, erste Internet-Auftritte von Homöopathen, psychologische Berater, Mentoren, Coaches, Geisterheiler, Motivator (die Liste geht endlos weiter), entstanden. Gibst Du heute die Begriffe Angst, Panik, Agoraphobie in einer Suchmaschine oder im Social Web ein, erwartet Dich ein umfassendes Angebot von Autoren, Coaches, Homöopathen, Beratern u.a., die viel versprechen. "Angstfrei in 30 Tagen" oder "Nie mehr Angst" werden versprochen. Was diese Offerten in der Regel alle gemeinsam haben: Sie kosten Geld. Natürlich arbeitet niemand umsonst und eine Dienstleistung sollte entlohnt werden. Aber...! In Deutschland wird so viel kontrolliert. Es gibt Regeln, Regulierungen, Vorschriften, Gesetze. Menschen, die durch (sogar willkürlich gesetzte) Köder andere Menschen abmahnen. In diesem Dschungel kennen sich sogar oftmals nicht einmal renommierte Juristen aus. In der virtuellen Welt tummeln sich dazu Menschen, die sich als Life-Coach, Therapeut, Berater titulieren. Fast scheint es so, als würden es täglich mehr. Ich beobachte das schon eine längere Zeit, erfasse auch die Erfahrungen von Betroffenen, die diese "Wunderheiler" ausprobiert haben - zumeist aus Verzweiflung. Weniger als eine Handvoll berichten von positiven Fortschritten. Viel springen von einem Hoffnungsträger zum nächsten. "Alles klang so überzeugend, so einfach!", las und hörte ich nicht nur einmal.

 

Ein wenig schmunzeln muss ich schon, wenn ich lese was sich manche "Berater" oder "Therapeuten" einfallen lassen, um ihre Klienten zu ködern. Sehr selten lese ich klare Ansagen. oft klingt es banal und euphorisch mitreißend und wenig logisch. 365 E-mails für 1 EUR/Tag. Jeden Tag eine E-Mail, oder ein Abo über Angstbewältigung. (Das wird im Atemzug mit einem Kaffee erwähnt, der so viel kosten würde). Versprochen wird viel, verdient offenbar auch gerne. Darf ich überhaupt als Mensch einem anderen Menschen versprechen, dass ihm garantiert seine Angst wegtherapiere? 


Angststörungen sind sehr tiefgründige psychische Störungen. Sie kam nicht einfach nur so in das Leben eines Betroffenen geflattert. Sie hat ihre Ursachen, Gründe, unverdaute Emotionen, gar Traumata, die nicht verarbeitet worden sind. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass wenn die Ursachen der Angststörung herausgefunden sind, (die Betroffene in vielen Fällen auch schon erahnen) die Angst sofort zurück ins Exil rast. Es liegt ein viel zu komplex, erlerntes fehlgeleitetes Denk-Konstrukt vor, dass immerfort Angst erzeugt. Es ist anzuraten es mit Hilfe von fachkundiger Anleitung zu erkennen und verändern (stoppen) zu können. Oftmals gibt s auch weitere psychologische Diagnosen. Eine Angststörung erfordert eine qualitative tiefer gehende Behandlung. Ich werde nicht gesund, weil ich ein Buch einer oder eines Ex-Betroffenen lese, wie sie es geschafft haben ihre Angststörung zu überwinden. Niemand wird gesund, wenn er sich selbst zum positiven Denken zwingt oder auf die Einnahme von Psychopharmaka setzt. Es ist viel schwieriger, viel komplizierter, viel tiefsitzender. Jeder menschliche Weg ist besonders und mancher Weg erfordert mehr Zeit und Behandlung als ein anderer. Symptome verschwinden auch nicht, wenn wir uns ein paar Pillen einwerfen. Eine Therapie ist maßgeblich entscheidend und wichtig.

 

Auch die Selbstdisziplin (Ich muss mich nur der Angst stellen - Es ist ja nur Angst) sind oft Mühen, mit dem der Betroffene nicht wirklich Erfolg erzielt. Es endet häufig in ein stetiges auf und ab. Ich bin zwar auch überzeugt, dass nicht jeder promovierte Homo Sapiens sich mit manifestierten Angststörungen auskennt. Es liegt mir am Herzen Euch Betroffenen zu schreiben, dass Ihr sehr genau überlegen sollt, wenn Ihr einmal über ein "internettes" Angebot schlittert Euch aus der Angststörung zu helfen. 

 

Diplom-Psychologe Wolfgang Siegel www.wolfgang-siegel.de

 

 

Nähere Informationen auch hier: www.angstselbsthilfe.de

 

Die Blase der Gedanken

Irgendwann wird es eng.

Und wenn es eng ist, wird es noch enger. Bis die Luft fehlt...

 

Lässt sich eine Angststörung auf einen Level halten? Kontrollieren? Lässt sie sich aushalten? Lässt sich das Leben darauf abstimmen?

 

Angst mietet sich gerne ein. Am liebsten nutzt sie großen Wohnraum. Wenn es ihr zu eng wird, zwingt sie Dich ihr noch mehr zu überlassen. Viele Betroffene können nur nachgeben. Sie geben immer mehr von sich und ihrem Leben ab. Sie leben irgendwann in einer kompletten Enge des Lebens. Sie sind ständig auf der Hut möglichst alles kontrollieren zu müssen. Nur Nuancen von Veränderungen im Alltag könnten eine dieser gefürchteten Panikattacken auslösen. Es ist anstrengend. Mühevoll und ja sind wir ehrlich, es ist gar nicht zu bewältigen. Es geht gar nicht. Die Angst ist immer die, die den Dirigentenstab in der Hand hält. 

 

Aber lässt sich überhaupt alles kontrollieren? Ist es möglich penibel darauf zu achten, dass jeder Tag möglichst gleich verläuft? Sehr viele nutzen die gleichen Wege um von A nach B zu gelangen, führen Rituale ein.  suchen verkrampft nach Sicherheiten. Verlassen sie das Haus, führen sie oft "Gegenstände für die Lebensrettung" mit. Da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Entweder die "Notfall-Pille", der Traubenzucker, die Kreislauftropfen, das "Ablenk-Handy" (auch um die notwendige Rettung anzurufen) usw. Nur mit diesen Gegenständen gibt es ein etwas besseres Gefühl. Angst"menschen" werden wahre Meister um ihren Geist zu belügen. Oft geschieht es aus Ohnmacht und einfach purer Verzweiflung. Der Körper sendet ja schlussendlich jeden Tag bedrohliche Signale. Der ständige Schwindel, die Schwäche in den Knien, die "komplexen" Sehstörungen und ständig der schwebende Gedanke "es könnte die Kontrolle" verloren werden. 

 

Viele messen jeden Tag und oft auch im Stunden-Takt ihren Blutdruck. Einige landen bei ihrem Hausarzt und bekommen Beta-Blocker. Andere befürchten, dass das Herz aufhören könnte zu schlagen und erklären sogar:" Ich habe gar nichts fühlen oder hören können". Viele können stundenlang "Google" nutzen und finden garantiert immer eine Erklärung unter einer bisher einfach nicht diagnostizierten Krankheit zu leiden. Es entsteht eine nahezu fanatische Suche nach Erklärungen. Warum geht es mir so? Warum habe ich gerade wieder mehr Angst? Warum fühle ich mich so unruhig? Warum kann ich nicht schlafen? Warum befürchte ich etwas nicht zu schaffen? - Die "Warum"- Suche endet in einer Endlos-Schleife. Erklärungen finden sich garantiert und auch immer, aber lindern sie die Angst? 

 

Ich kann aus meiner Erfahrung versichern, dass Angst nicht auf einem Level zu halten ist. Sie ist weder zu kontrollieren, noch lässt es sich mit ihrem Aufenthalt arrangieren. Irgendwann erlebt jeder Betroffene, der glaubt, dass er es könnte, einen Moment genau dieses zu erkennen. Angst ist ein unliebsamer Gast, deren Aufenthalt ganz unterschiedlich verlaufen wird. Du könntest sie freundlich bewirten und hoffen, dass sie eines Tages wieder von alleine verschwinden wird. (Wird sie eher nicht). Du könntest sie ignorieren und missachten. (Sie wird Dich anschreien). Du könntest mit ihr diskutieren und sie bitten Dich zu verlassen. (Frech ins Gesicht wird sie lachen). Du könntest sie akzeptieren und mit ihr in eine WG ziehen. (Vermutlich haltet es ihr es eine Weile gut aus, aber sie wird eines Tages garantiert wieder ihren Platz fordern). 

 

Gedanken der Angst stecken oft in einer Blase fest. Es erfordert viel, diese Blase aufzustechen und zu erleben, wie es sich ohne leben wird. Kontrolle abgeben, loslassen, leben und erleben.. Jahreszeiten, Monate, Tage, Stunden, Minuten, Sekunden - Momente. Die Zeit ist so greifbar, wie ungreifbar. Unaufhaltsam vergeht sie. Egal an welchem Ort. Es ist tatsächlich egal, ob Du gerade in Afrika sitzt oder wie ein Würmchen wimmernd in Deinen vier Wänden. Die Zeit wird vergehen. Ob Deine Gedanken in der "möglich gefährlichen Zukunft" hängen oder im "Jetzt". 

 

Die Angststörung - ja, auch die Panikattacke ist ein Konvolut aus Gedanken (die blitzschnell entstehen), die mit der Zukunft zu tun haben. Wenn Du es schaffst Dir das selbst anzusehen, dann wirst Du es erkennen. Jedes "Aber" - jedes "Vielleicht" schafft Wohnraum für die Angst. Es gibt nicht den perfekten Tag, den besten Moment oder die schlaue Erkenntnis, dass es einfacher werden könnte. Es geschieht nicht einfach so. Das kannst Du Dir getrost abschminken.

 

Es fühlt sich an wie ein Bungee-Sprung. Der erste Sprung sich seiner eigenen Gedanken zu widersetzen. Werde zum Rebell. Die Stimme im Kopf (der Angst) ist nicht die Gegenwart. Sie ist die Zukunft. Die Zukunft kennen wir aber nicht. Niemand. Auch die Angst nicht. Der Anlauf zum ersten Sprung ist immer gewagt. Er wird sich niemals einfach anfühlen. Aber er ist sehr wertvoll. Dieser Sprung wird Dir etwas zeigen. Er wird Dir zeigen, dass Deine Gedanken nur Gedanken sind. Die Befürchtungen werden nicht wahr werden. Wenn Du es wagst, dann hilft Dir vielleicht, dass Du selbst an Dir erkennst, wie Deine Gedanken in die Zukunft wandern wollen und Dir ganz furchtbare "Geschehnisse" einflüstern wollen. Du wirst Dich vielleicht "in Todesgefahr" fühlen und Dein Körper wird Dir Signale setzen. Es wird sich so anfühlen, dass Du es niemals schaffen wirst. Wirst Du aber.  Werde auch hier zum Rebell! Nimm es an und balle die Faust! Sage Dir: Ich bin bereit zu sehen, was wirklich passieren wird! Ich kann es nicht wissen. Oder willst Du ein Leben voller möglichen Dramen? Eventualitäten? 

 

Ich weiß, dass eine Panikattacke furchtbar ist. Sie ist ein ganz schlimmer und grausamer Zustand. Sie ist aber nicht gefährlich! Natürlich ist das leicht gesagt, Aber eine Panikattacke kann auch nur so eskalieren, weil Du Ihr Applaus gibst (Gedanken der Zukunft). Du führst sie zum Erfolg. Nur Du! Sie führt Dich nicht. Auch, wenn es sehr viele irrtümlich glauben. Sei bereit dem "Teufel" in die Augen zu sehen. Die Gedanken werden im Vorfeld schlimmer sein, als in der Realität. 

 

Lebe jetzt! Verstehe das "JETZT"! Ich weiß, dass schaffst auch Du! 

 

 

 

 

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Gefühle zerinnen - Gedanken gewinnen

Gefühle sind das Produkt der Verarbeitung von Reizen die ihren Ursprung in unseren Sinnesorganen nehmen. Sie vermitteln damit ein Bild von der uns umgebenden Welt, aber auch von Vorgängen unseres eigenen Körpers. Gefühle sind nicht nur Ausdruck äußerer Tatsachen, sondern auch unserer eigenen Beurteilung

 

Was haben Panikattacken mit Gefühlen zu tun? Wir Menschen fühlen, erleben jeden Tag Situationen. Angst, Ärger, Komik, Ironie sowie Mitleid, Eifersucht, Furcht, Freude und Liebe die sich (potenziell) beschreiben und damit auch versprachlichen lassen. Obwohl es vielseitige neurophysiologische Ansätze der Messung von Gefühlen gibt, sind diese nicht als einheitlich und überindividuell gültig anzunehmen.

 

Panikattacken - schneien scheinbar aus dem Nichts hervor. Wie ein Schwert zückt sie sich vor Deinen Augen und bittet nicht mehr höflich zum Duell. Die Chance bekommst Du nicht. Du befindest Dich urplötzlich in Deinem, eigenen Kampf - um Dein nacktes Überleben. So fühlst Du es! Die erste Panikattacke ist und bleibt ein einschneidendes Erlebnis. Wie ein "Wirt" nagt sie sich in Dir fest und fordert fortan mehr als die Hälfte Deines Lebensatems. Was ist passiert? Wie konnte es zu einem solchen, brachialen Ausbruch von Gefühlen kommen? Haben wir die Signale vorab übersehen? Hätten wir es verhindern können? Handeln? Uns schützen?

 

Über diese Frage habe ich viele Jahre sehr intensiv nachgedacht. Die Versuche sie aus verschiedenen Sichtweisen zu reflektieren, verblieb oft flackernd. Es hat diese Situationen gegeben, die ALLES erklärten. Ich möchte sie (zum Schutz) meiner Leser nicht beschreiben. Es waren Situationen, in denen in mir Gefühle den Atem raubten. Die gesamte Situation nicht als solche von mir mehr länger zu begreifen und auch zu ertragen war. Es prasselte, hagelte Eindrücke, denen ich nicht Herr werden konnte. Ohne mein Zutun. Mein Körper sendete Signale. Gedanken flogen vorbei, ohne sie selbst zu erfassen. Ein Strudel, der nicht zu stoppen schien. Der gesamte Körper wurde zum Rebell und fast schien es so, als würden sich alle Sinne abschalten. Lethargie, Apathie... ein emotionaler Erschöpfungszustand. Automatisch stellte er sich ein - um mich zu schützen. Alles, was auf mich einprasselte konnte nicht mehr verarbeitet oder verwertet werden. Diese Situationen erlebte ich mindestens zweimal - vermutlich unter fünfmal, in denen ich in den Zustand von emotionaler Leere schwebte. Ein "Stau" in der Verarbeitung entstand. Ich konnte nicht mehr. Ich konnte diese Erlebnisse nicht verarbeiten. (Trauma). Aus diesen Erlebnissen entlud sich eines Tages die erste Panikattacke. Wie eine Lava-Eruption, die aus einem aktiven Vulkan plötzlich herausbricht. Seit diesem Tag war nichts mehr wie es war für mich. Seit diesem Tag war ich auf der Lauer. Ich wollte partout nicht, dass ich diesen "Ausnahmezustand" noch einmal erleben müsste. So überrascht hatte er die Hand auf mein Leben gelegt und mich an die Wand gedrückt. 

 

Kontrolle - ein wichtiges Wort für einen Angstpatienten. Fortan wird ständig kontrolliert. Schon im Vorfeld wird jeder Winkelzug "angedacht" "vorausgedacht" und sich bildhaft ausgemalt. Kein schlimmes Szenario wird vergessen. Alles ist möglich. Immerzu und an jedem Ort. Der Körper könnte plötzlich versagen. Normale Menschen können die Gedankenzüge von Menschen, die von einer Angststörung in Fesseln gelegt worden sind, oftmals nicht nachvollziehen. Gutes Zureden wird oft zur weiteren Distanz oder Aggressor. Bei der Kontrolle ähnelt sich das Verhalten. Die meisten kontrollieren permanent ihren Blutdruck, hören auf ihren Herzschlag, passen auf jeden Gedanken auf, der ihnen durch den Kopf jagt oder haben ständig einen Finger am Hals. (Puls) Was sie vergessen... diese Kontrolle ist gar nicht möglich. Sie ist ohne Sinn. Für den "Phobiker" ist die Kontrolle lebensnotwendig geworden. Sein zentrales Denken kreist nur um die Angst - je mehr sie sich einnistet, desto weniger Spielraum bleibt ihnen für das normale Leben. Sie igeln sich in sich ein. Außenstehende dringen oft nicht mehr an sie heran. Auf alle Eventualitäten vorbereitet sein? Geht das? Können wir das überhaupt? Könnten wir uns mit Erfolg vor einer plötzlichen Ohnmacht durch unsere Aufpass-Gedanken schützen? 

 

Wir Menschen leben das Risiko "Leben". Wir teilen es alle. Niemand hat es einfacher oder schwerer. Jeder lebt mit der Möglichkeit, dass ihm etwas "widerfahren" könnte. Wir können unseren Geist belügen und glauben, dass wir es könnten und die Momente an uns vorbeijagen lassen, da wir sie nicht bewusst erleben - wir könnten aber auch das Risiko "Leben" akzeptieren, annehmen. Jeder Moment wird geschehen. Jeder Moment ist niemals zu bestimmen. Was bringt es jeden Tag auf einen möglichen Ohnmachtsanfall zu warten? Was nützt es Angst vor schlimme Gedanken zu haben, die fernab der Realität im grünen Gras sitzen. (Zwangsgedanken). Was hilft es sich Sorgen zu machen, ob die empfundenen Symptome etwas "anderes Schlimmes" sein müssen - nicht nur Angst. Was fressen uns diese Sorgen auf! Was rauben sie die Freiheit! Was nützt es Angst vor einer möglichen, allerschlimmsten Panikattacke zu haben, die jederzeit geschehen könnte? 

 

 

„Das Aufhören ist der Anfang. Dieses Anfangen ist der erste Schritt. Und der erste Schritt ist der letzte Schritt." (Wolfgang Siegel) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Reflektion ...

Ewas ist komisch. Es kribbelt in Dir. Unruhe steigt. Sie klettert hoch bis zum Hals. Sie ist der Räuber Deiner Luft. Etwas in Dir zeigt, was Du zu tun hast! Etwas in Dir ist nicht länger zu kontrollieren. .. Ergreife die Flucht! Sofort!  Sonst...

 

Der Körper streikt! Die Grenzen werden gesteckt. Was noch geht, was nicht, das entscheidest nicht Du. Das entscheidet Deine Angst. Vorhaben werden genau überlegt. Jeder mögliche Fluchtweg wird vorweg geplant, jede Ausrede auf die Zunge gelegt, der Kopf spult alle Ideen durch um eine plausible Negation auszusprechen, wenn die Angst schon vorher zu groß wird. Es erst gar nicht dazu kommen lassen, dass Du die Schuhe anziehst und das sicherer Terrain verlassen musst. Es lässt sich nicht gut ertragen, wenn nicht jede Kleinigkeit vorab durchdacht worden ist. Irgendwie über die Zeit retten! Von Punkt A (geschafft...dann weiterschauen) nach Situation B gelangen und vielleicht auch noch das Vorhaben C schaffen. Irgendwie. Es muss gehen, denn es ist doch nur Angst. Aber wird es als solche wahrgenommen? - Nein, gefühlt wird dieses Untier Unruhe, diese Schwäche, die der Körper signalisiert, diese geballten körperlichen Symptome, denen Du nicht Herr wirst. Die Welle, die Lawine, die Dich überrollen könnte, wird und jederzeit kann. Oft spürst Du es vorher, manchmal aber auch nicht. Es ist unkontrollierbar. Ein Sog entsteht, ein Strudel von Gedanken und Symptomen, der an Dir zerrt, sich festklammert und Du nur die Chance siehst es auszuhalten. Irgendwie.

 

Wer kennt diese Gedanken nicht, wenn in seinem Leben "Panikattacken" tägliche Begleiter sind? Wem ist es nicht fremd jeden Morgen aufzuwachen und den Körper auf "Zustand und einwandfreier Funktion" zu kontrollieren? Wer wacht nicht nachts schweißgebadet auf und hört, wie das Herz hämmert`? Wer sieht sich nicht in Gedanken unzählige Male im Rettungswagen liegen? - Jeder Betroffene wird es in dieser Art und Weise auch schon gefühlt und gedacht haben. Warum fällt es so schwer sich aus diesem Teufelskreis zu befreien? Warum gelingt es nicht - NICHT einfach an Fehlfunktionen des Körpers zu denken oder zu glauben, dass die nächste Freifahrt im Krankenwagen Dir gehört? 

 

Nicht alleine der Wille entscheidet irgendwann ob Du Angst hast oder nicht. Automatismen sind am Werk. Und irgendwie, irgendetwas glaubt auch in Dir, dass doch der Körper "Dich im Stich lassen" könnte. Zwanghafte Gedanken!  Du passt also auf. Permanent lauerst Du auf eine mögliche "Notsituation", auf eine "Panikattacke", auf jenen brutalen "Supergau". Ständig bist Du mehr in Dir als im aktuellen Geschehen. Das läuft nebenher. Manchmal schaffst Du es Dich für einige Minuten aus dem Innen zu befreien. Offenbar schöpfst Du in diesen Momenten wieder etwas Kraft, sonst wäre alles nicht auszuhalten. Aber gerade diese "Momente" zeigen Dir, dass Angst "künstlich" entsteht. Immer wenn sie sich in das Geschehen schiebt (automatisch oder durch einen Reiz hervorgerufen) startet das Programm im Unterbewusstsein. Es mischen sich Gedanken mit visuellen Vorstellungen. Stress entsteht, körperliche Symptome entstehen... lösen schlimmere Gedanken aus (Was passieren könnte?) und ein herzliches "Willkommen" an Deine nächste Panikattacke wird folgen.. Auch diese fühlst Du als die "allerschlimmste" und beschreibst sie garantiert: "So schlimm war es noch nie!". Das brennt sich fest und sorgt dafür, dass Du noch besser aufpassen wirst! Futter für die Macht, Nahrung für den Teufelskreis, Miete für die Enge. 

 

Aber können wir das? Können wir aufpassen? Können wir verhindern, was mit uns geschehen wird? Ist unser Geist stärker als unser Körper? Sind wir in der Lage uns überhaupt zu beschützen oder uns vor Unheil zu bewahren? Diese Fragen lohnt es sich zu stellen. Sitzen nicht alle Betroffene vor einer "Glaskugel" und möchten rund um die Uhr wissen, was mit Ihnen in den nächsten Minuten geschehen wird? Suchen nicht alle die Kontrolle, nur um sich sicher zu fühlen? Belügen sie nicht so ihren eigenen Geist?  Dem Unausweichlichen können wir nicht entkommen. Betroffene "befinden" sich mental ausschließlich in der Zukunft und wer es schafft das an sich selbst zu erkennen und diesen Irrsinn zu stoppen, wird seine Angststörung auflösen. Angst kann überhaupt nicht entstehen, wenn sie keinen Platz bekommt. 

 

Für mich das wichtigste Ziel in einer Therapie! 

 

 

Das Gestern ist nicht das Heute

Im Alltag, in der Kommunikation fällt mir häufig auf, dass viele Menschen über ihr "Gestern" berichten. Es sind oft die tragischen, traurigen Momente, die sie nicht loslassen. Einige Gesichter zeigen im Erzählfluss eine ungeheure Wut. Es ist zu ahnen - ohne es zu wissen - was tief in Ihnen vorgeht. 

 

Bin ich wütend? Wütend über meine "verlorenen Jahre"? Erfüllt mich Traurigkeit, weil ich so viel "verpasst" habe oder nicht "erleben" konnte? Fehlt mir das? 

 

Horche ich tief in meinen emotionalen Jetzt-Zustand, erfahre ich auch auf dieser Reise Gefühle von Gelassenheit. Ich bin nicht wütend. Ich bin auch nicht enttäuscht. Mein "Gestern" steht als geschriebenes Buch im Regal - zwischen all´ den anderen Geschichten.

 

Als ich 20 Jahre war lag ich oft abends im Bett und die Tränen rollten. Ich musste heftig schlucken, wenn ich im TV sah, wie es sich anfühlen könnte nur "jung" zu sein. Flirten, Verlieben, Zukunftspläne, Discobesuche, Städtereisen, Freunde treffen...Eine mögliche Heirat war für mich unerreichbar.  Wie wäre es wohl? Ich hatte es mir oft ausgemalt, wie es wäre, wenn ich einfach so "normal" leben würde. Wie jedes junge Mädchen. Wie es sein könnte einen junge Mann kennenzulernen, Dates auszumachen und eine Partnerschaft aufzubauen...? Gemeinsam ans Meer zu fahren, sich an die Hand zu nehmen und nur das "wenige" als "großes" Ganzes zu fühlen? Wie wäre es Kinder zu bekommen? 

 

Meine Großmutter sagte einmal zu mir:" Die "Männer" sehen Dich gar nicht - Wenn Du nicht vor die Tür gehst, dann kannst Du Dich nie verlieben! Das ist schade! Auch für die Männer!". 

 

Auch wenn ich eine Angststörung hatte, war ich doch ein junges Mädchen mit vielen Hoffnungen, Sehnsüchten gewesen. In mir entstand oft eine Leere, die sich ganz schlimm anfühlte. Diese Leere überdeckte das emotionale Empfinden und unterdrückte die Traurigkeit. Heute interpretiere ich es als "Selbstschutz". Nur so hatte ich es damals aushalten können, dieses sozial karge Leben. Ich war jung und doch nicht jung gewesen.. Meine Brieffreundschaften waren mir heilig. (Internet gab es da noch nicht). Es war stets ein sonniges Gefühl, wenn ich einen oder mehrere Briefe aus dem Postkasten ziehen durfte. Etwas, was jeden dunklen Tag heller machte.  Einige, länger andauernde Brieffreundschaften wurden allerdings auch oftmals zu einem Problem. Einige trugen die Bitte vor sich einfach auch einmal persönlich zu treffen. Das war für mich wie ein elektrischer Schlag. Entweder ich zog mich dann zurück oder ich erfand Ausreden, um den Abstand zu wahren. Die Wahrheit hätte ich nicht auf das Papier bringen können. 

 

Was ein Mensch mit einer längeren Angststörung irgendwann perfekt beherrscht - die Sprache der Ausreden. Sie fliegen irgendwann automatisch über die Lippen. Aber auch das fühlt sich nicht gut an. Es ist wie ein "Schauspiel". Du wirst zu einem Protagonisten in einem Theaterstück, bei dem Du aber eigentlich nur widerwillig diese Rolle spielen musst. Es gab auch jene Momente, in denen es Dir sonnenklar war, dass Du nie wie ein normaler Mensch wieder leben wirst können! Es gab Zeiten, da hatte ich mich damit abgefunden. Die Welt =da draußen" wurde irgendwann zu einem anderen Planeten. Ich wurde zu einer Fremden!  Das meiste kannte ich nur noch aus dem Fernsehen, aus Zeitschriften oder der Tageszeitung. Es gab Orte, Stadtfeste die kannte ich nur von Erzählungen. und wollte dennoch alles darüber wissen. Stundenlang konnte ich den Erzählungen lauschen. 

 

Trotzdem empfinde ich heute keine Traurigkeit oder Wut. Es klingt nach "verlorener Jugend", aber ich hatte eine andere, nicht typische Jugend erlebt. Ich denke nicht darüber nach, welche berufliche Richtung ich hätte eingeschlagen, wenn die Angst nicht mein Vorreiter gewesen wäre. Was würde es auch bringen? 

 

Betroffene erzählen oft aus ihrem Gestern, bekommen feuchte Augen, wenn sie sich an die Zeit erinnern, in der die Angst nicht im Vordergrund war. "Wenn die Angst nicht wäre, würde ich....!" - oder - "Wenn ich keine Angst hätte, dann....!". Entrüstet wird auch gesagt:" Ich habe doch eine Angststörung! Das kann ich nicht!". Dieser emotionale Rückzug/die wortkluge Verteidigung ist ein Selbstschutz. Es ist und bleibt die stabile Barriere im Kopf, diese Angst! 

 

Wie sollte es derjenige auch sonst aushalten? Der scheinbare Kampf gegen sich selbst, diesen imaginären Feind im Kopf (Angst), der jederzeit das Zepter des steuerbaren Denkens übernehmen könnte, schwebt wie ein Damokles Schwert über den Tag, der Nacht.. Als Betroffener ist es Dir nicht klar, dass die Angst kein "Überraschungsbesuch" ist, sondern einer den Du Dir eingeladen hast. Bist Du betroffen, wirst Du Dir jeden Tag unzählige Fragen stellen, Gründe suchen und Erklärungen finden, warum Du dieses oder jenes körperliche Symptom gerade erlebst. Schuld hat der weibliche Zyklus, das Wetter, der familiäre Stress... - ganz vorweg aber diese "Krankheit", Deine Angst. Nach außen hing wird oft gejammert, sich beklagt und ja, was erwartest Du dann in diesem Moment von den anderen Menschen? - Verständnis? Mitgefühl? Hilfe? - Es ist oft nicht verwunderlich, dass die "Mitbetroffenen" somit ebenso überfordert sind. Die von Dir "als einzigartig schlimm" angeführten Symptome einer Angststörung werden oft als besonders "nicht zum aushalten"  beschrieben. "So schlimm wie ich es habe, hast Du es nicht!", beschreibt oft ein Betroffener im Gespräch mit dem anderen. Es ist auffällig, dass dieses Verhalten bei den allermeisten Betroffenen mit gleichen Worten beschrieben wird. Viele scheinen sich dann nur noch selbst in ihrer Welt der Angst zu erfassen.

 

Das Gestern ist nicht das Heute! 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das ewige Fragen nach dem Warum?

Warum? Warum geht es mir wieder schlechter? Warum habe ich scheinbar plötzlich wieder mehr Angst? Warum wurde es wieder schlimmer? - Fragen über Fragen, Gedanken über Gedanken. Jede Richtung wirft garantiert weitere Fragen auf. Gründe finden sich manchmal schnell. Der Streit mit dem Partner, die Überforderung im Alltag, die neidischen Blicke der Nachbarin, die Vorwürfe der Familie. Es gibt sie immer, diese scheinbar logischen Erklärungen - Aber was hat das alles mit der Angst zu tun? Hat es überhaupt etwas mit der Angst zu tun? Oder suche ich nur nach Antworten, damit ich das alles, was ich da fühle,  besser ertragen kann? 

 

Auch ich habe stets gesucht, wenn ich das Gefühl gehabt hatte, dass die Angst wieder noch schlimmer wurde. Wonach habe ich da eigentlich gesucht?  Was habe ich verzweifelt nachgedacht! Abends lag ich im Bett und verstand mich und die Welt nicht mehr. Gründe, die ich gefunden hatte, waren oft tatsächlich kurze Erklärungen. Aber so richtig hilfreich waren meine gewonnen Erkenntnisse auch nicht. Es fühlte sich nicht gut an. Trotz der Erkenntnisse wurde es mit der Angst ja auch nicht besser. Erst in der Therapier verstand ich die Sinnlosigkeit dieser Suche nach Erklärungen und Gründe und konnte sogar annehmen, dass genau diese "Sucherei" auch ein Mittel meiner Angsterzeugung ist. 

 

Es gab die Gründe, die die Angststörung ausgelöst hatten. Doch diese Gründe waren längst Vergangenheit. Sie waren mir sogar teilweise bewusst und vermutlich auch schon allermeist "verarbeitet". Sie standen nicht mehr im tatsächlichen Zusammenhang mit der aktuellen Schieflage, mit der täglichen Beschäftigung der Angst:: Wie geht es mir heute? Bin ich unruhig? - Auch diese Beschäftigung gab der Angst einen Platz in meinem Tag und sorgte mit dafür, dass das zwanghafte Denken und die Sorge um das tägliche Befinden weiterlief.

 

Heute würde ich am liebsten jedem Betroffenen raten:" Sagt laut "Stopp", wenn Euch diese Gedanken überkommen! Die ganze Suche nach Antworten, das ständige Beschäftigen irgendwelche Erklärungen  und Gründe zu suchen werden Euch in der Regel überhaupt nicht helfen. Es sind auch nicht alleine Gefühle, die Angst hervorrufen. Das spielt eher eine untergeordnete Rolle. Es ist einfach die Sorge, die erlernte Angst, die ständige Beschäftigung, dass etwas Schlimmes passieren könnte! Der Kopf ist "meilenweit" in der Zukunft und grast in dieser nach möglichen "Katastrophen", die tatsächlich theoretisch alle passieren könnten. Das macht die Sorgen auch real. Gedanken wie:: Ich könnte ohnmächtig werden - Ich könnte ins Krankenhaus müssen - Ich könnte durchdrehen - Ich könnte einen Herzinfarkt bekommen - Ich könnte sterben - könnten ja auch tatsächlich passieren. Nur mit diesen lauernden "Gefahren" leben wir alle. Jeder Mensch. Es ist nun einmal so, dass wir uns auch nicht durch ein stetes "Aufpassen" und "Abchecken" davor bewahren könnten! Der Gedankenkreislauf ist eine ständige Erwartungshaltung und erzeugt permanent Stress. Kein Wunder, dass ständig körperliche Symptome entstehen. Kein Wunder, dass das Herz laut klopft, der Atem stockt, die Augen offenbar alles verschwommen sehen, der Schwindel Dich verfolgt oder auch Dein Magen-Darm-System Missfallen äußert. Die ständige Beschäftigung mit "Notsituationen" kann ja nicht spurlos vorbeiziehen. 

 

Betroffene erklären häufig (auch ich damals): " Die Symptome kommen zuerst, scheinbar aus heiterem Himmel und erst dann kommt meine Angst!". - Das ist nicht wirklich so. Oft reicht ein "äußerer, kaum wahrgenommener Reiz" (Wort, Gegenstand, Ort...) aus und blitzschnell startet das Programm. Das geht so blitzschnell, dass es gar nicht wahrgenommen wird, dass eben Deine Gedanken die Angst und die Symptome erzeugen.

 

So lange der Betroffene "auch im Unterbewusstsein" Angst vor einer Panikattacke behält, wird genau dieses System weiter wüten. Es wird weiterhin eine Berg- und Talfahrt bleiben. Es wird Tage geben, da ist das Befinden besser, aber es wird immer wieder weiter diese Tage geben, an denen die Angst sich wieder deutlicher zeigt. Es muss auch keinen kausalen Zusammenhang zum Alltag haben. Es kann einfach so durch einen minimalen Reiz wieder schlimmer werden und die Gedanken wieder verstärkt kreisen lassen. Die Angst schlummert ja noch in Dir. 


Es gilt zu verstehen, dass die Gedanken niemals den Moment bewahrheiten. Wenn Du spürst, dass Dich Gedanken übermannen, die ganz deutlich in der Zukunft liegen: (Ich könnte umkippen - Ich könnte ins Krankenhaus müssen - Ich könnte es nicht schaffen), dann sage ruhig laut: "STOPP" und stampfe auch einfach fest mit dem Fuß auf. (Das habe ich zu Anfang auch gemacht). - Erkenne in diesen Momenten, dass etwas in Dir abläuft, was Stress erzeugt. Im nächsten Schritt sei mutiger und versuche diese Sätze Dir genauer anzusehen, die Dir Angst machen. Meine Gedanken drehten sich z.B. immer darum, dass ich ohnmächtig werden könnte. Ich hatte ständig eine große Angst davor "umzukippen" und das Bewusstsein zu verlieren. Also überprüfte ich ständig meinen Puls, horchte in meinen Körper hinein und wollte immer aufpassen, um so etwas zu verhindern. Das ich das gar nicht verhindern könnte, war mir eigentlich gar nicht klar. Durch eine therapeutische Hilfe schaffte ich es mir zu sagen, wenn ich den Gedanken verspürte: Ich könnte ohnmächtig werden - mir genau in diesem Moment zu sagen: "Na los...dann werde jetzt gefälligst ohnmächtig! Jetzt und sofort!". - Ich kniff sogar die Augen zu, um mich ganz darauf zu konzentrieren, jetzt und auf der Stelle ohnmächtig zu werden. Natürlich passiert nichts! Gar nichts. 


Warum genau das hilft? - Wenn Du eine Angststörung hast, dann gaukeln Dir die Gedanken ja etwas vor. Sie zeigen Dir Grenzen auf, dass Du z.B. etwas nicht schaffst, weil die Angst übermächtig ist. Viele vermeiden dann genau diese Situationen, um sich nicht diesen schlimmen Symptomen aussetzen zu müssen. Diese Vermeidung führt ja dazu, dass die Vorstellungen sich der Situation auszusetzen noch schlimmer wird. Bei einer manifestierten Angststörung wird es schlussendlich komplett vermieden und der Betroffene ist überzeugt, dass er es nicht schafft. - Ich weiß aber, dass er es schaffen würde. Es würde nichts passieren. Die Vorstellung sitzt nur tief verankert im Kopf und stimmt nicht mit der tatsächlichen Realität, was Du schaffst, überein. 

 

Eine Angststörung ist nur aufzulösen, wenn der Geist zum Stillstand kommt. D.h. wenn die ständige Sorge um die Zukunft, Gesundheit erkannt und gestoppt werden kann. Die Suche nach Erklärungen wird an diesem Punkt nicht weiterhelfen. Es geht ja hierbei nicht um die Angst, die tief verankert sitzt. So lange die "Ehrfurcht" vor der Angst bleibt, wird sie auch weiter wüten und aufrecht erhalten werden. Nur, wenn Du es schaffst die Angst zu entmachten, zu fühlen, zu erkennen, als das was sie ist, wird sie Dich nicht mehr weiter belästigen und beschäftigen. 

 

 

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